Montag, 1. Mai 2017

Und dann?

Stille ...



So, und wahrscheinlich noch intensiver, fühlt sich jeder Gipfelbezwinger, der den Mount Everest erklommen hat; sein Ziel erreicht.
Es muss ja nicht so etwas extremes sein. 
Es reicht sicherlich auch, ein bestimmtes Ziel erreicht zu haben; den ersten Halbmarathon, wie Torsten. Den ersten Marathon. Ein bestimmtes Ziel, worauf all dein Tun hinorientiert war.
Und dann?
Dann hast du es erreicht. Und Leere, Stille kehrt ein.


Nach den ersten Tagen der Euphorie, nach Gesprächen mit Menschen, die das nachvollziehen können, kommt der Alltag und niemand nimmt Notiz von dem, was du dir gerade erarbeitet hast.

Es ist ja nicht nur im Hobby so. Nein. Auch im Job werden Erfolge zu schnell vergessen. Wird in den Trott übergegangen, anstatt sich täglich daran zu erinnern, wie und was man erreicht hat.

Auch mein Everest liegt nun eine Woche zurück.
Der Alltag hat uns ein, die Woche geht wieder seinen Trott und das Erreichte wirkt irreal.
Der Kalender ist leer, also der Trainingsplankalender und die ersten Tage war das auch ein bisschen Erholung.
Dann ist es wichtig, sich Idylle zu schaffen, wie Theodor Fontane sagt.

Montag und Dienstag war an Laufen nicht zu denken, weil ich so einen Muskelkater in der rechten Wade hatte, wie ich ihn noch nie hatte.
Das Konzept, an der Treppe Doppelstufen zu nehmen, hatte also ein Nachspiel und die Dienstreise am Mittwoch verhinderte es dann zusätzlich.

Aber Donnerstag: dann war es soweit und die Brook Cadence 6 wurden eingelaufen.


Toller Schuh und seit dem 2er hat sich einiges getan. So ist die Sohle nicht mehr so ballig, dafür sehr angenehm zu laufen.
Die ersten 11 km liefen sich ein bisschen wie auf Wolken und deutlich angenehmer, auf Asphalt, wie meine Trail-Schuhe.



So lief ich mal wieder ein bisschen Idylle, wie eingangs erwähnt, entlang meiner kleinen Elbe.



Denn als Dresdner wohnt man einfach an der Elbe, wie der Kölner, der den Dom aus der Wohnung heraus sehen muss :-)



Der Donnerstag endete dann weniger angenehm, dazu aber später vielleicht mehr.

Freitag, nach einem Tag im Büro und dem lange fälligem Rasenmähen, nochmal ein kleines Beine lockern und testen, für Sonnabend.



Übern Hasenberg und durch den Steinbruch wieder Heim nach Züschen.
Da mich ja leider die ICEBUGS ORIBI mit der Einlegesohle enttäuscht hatten, ich den Schuh an sich aber für sehr gelungen halte, habe ich aus meinen entsorgten, aber heiß geliebten LaSportuva BUSHIDO, die Einlegesohle in die ORRIBI überführt, was gut geklappt hat.



Vielen Dank, du alter Kämpfer, für die zurückliegenden 1700 km über Stock und Stein, beim Bödefelder Hollenlauf und die geleisteten km auf Asphalt beim Dresden-Marathon. Ein toller Schuh und der neue Kämpfer steht schon im Regal :-)

Sonnabend der 3. Lauf im Nordhessencup 2017 und das in (eigentlich) erlaufbarer Nähe in Wolfhagen :-))

Nach 20 Minuten war ich am Startort und als ich Richtung Anmeldung laufe, wer sehen meine Augen?
Jens! Na, was ne Freude, ihn zu treffen eine Woche nach dem Treppenlauf :-)




Er hatte Max im Schlepptau und so konnten wir ein paar Worte über das zurückliegende Event wechseln und natürlich uns noch mal beglückwünschen, denn in Radebeul musste er schnell zum Zug und wir haben uns nicht mehr gesehen :-(



Wenn dann 2 solche schnellen Flitzer am Start stehen, weiß der Gnü, wo sein Aufstellungsplatz ist und das Endergebnis gibt mir Recht. So konnte Jens tatsächlich nach 1:10:14 h auf die Uhr drücken und den 1. Platz erlaufen. Irre!

Für mich war es, ganz ehrlich, schwer.
Im Kopf kreisen Gedanken, die mit dem Donnerstag zusammenhängen und auch die Beine zeigten nach 6 km Asphalt Ermüdungserscheinungen.
Aber, um in die Wertung zu kommen, muss man halt 8 von den angebotenen 18 Läufen haben. Und so ganz ohne Pokal ... Nee!

Dann ist da ja noch die Spendensammelaktion "Laufen tut gut - Laufend Gutes tun!" Na und da bin ich doch dabei, wenn pro gelaufenen km 0,10 € in den Spendentopf fließen :-)

Nach 18,5 km hatte auch ich das Ziel erreicht und konnte nach 1:26:31 h auf meiner Uhr die Stopp-Taste drücken.



Platz 13 gesamt
Platz 5 AK45

Damit bin ich doch sehr zufrieden und machte mich auf den Heimweg, nachdem ich Stefan nun endlich persönlich kennenlernen konnte und Max mir noch ein Salomon-Buff schenkte :-) Dankeschön.

Sonntag mal Seele baumeln lassen, Idylle suchen und nicht ans Laufen denken, auch wenn man gleich am Eingang mit diesem Schild empfangen wird:



Ohha. Gemein :-)

Nach einem schönen Gartenfestbesuch im Kloster Dalheim rief das MTB aber so kläglich aus dem Keller, dass es mit mir unbedingt noch mal raus musste.

Das Wetter war sonnig, aber verdammt windig, sodass der Wald die bessere Entscheidung war, wie die Straße mit dem Rennrad. Und Wald macht glücklich, weiß ich nun auch seit dem Lesen des Buches von Peter Wohlleben "Das geheime Leben der Bäume". Sehr lesenswert und unbedingt zu empfehlen.



Und bei den Bildern? Könnte man ewig weiter fahren, wenn nicht der Hunger wäre :-)

SO ist die Woche nach der Gipfelbesteigung vergangen. Man denkt zurück, bekommt ein Grinsen ins Gesicht und muss an die lieben Freunde denken, die einen dabei unterstützt haben und nun auch schon wieder neue Ziele erreicht haben beim OEM. 
Herzlichen Glückwunsch allen!

Der April ist auch Geschichte und neue Ziele sind zu erlaufen.



363 km gelaufen
265 km geradelt
42 km gespinningt
30 km gewandert

Das nächste Ziel heißt "semi autonom" durch den Hunsrück beim Keufelskopf Ultra Trail am 03.06. über 85 km mit 4500 Höhenmeter und ich bin sehr gespannt, wie das läuft, wenn man nur Getränke unterwegs bekommt und der Rest im Rucksack mitzuführen ist.
Inzwischen bin ich ja essenstechnisch eher bei Galina Schatalova und ihrem Buch "Wir fressen uns zu Tode" angekommen. Selbst wenn man nicht jedes Wort nachvollziehen kann, was sie schreibt, so kann ich es doch nachvollziehen, dass wir/die meisten einfach zu viel Essen und nicht dem Bedarf entsprechend.

Für nächstes Jahr ist inzwischen auch eine Entscheidung gegen den Treppenmaraton gefallen, aber ich werde als Supporter in 355 Tagen dabei sein und versuchen, etwas von dem zurück zu geben, was ich bei den letzten Teilnahmen erfahren durfte.

Euch danke ich von ganzem Herzen für das Lesen meines Blog, kann euch nur wieder ans Herz legen:
Wer sich bewegt, bewegt was!
und wenn es das vollgefressene Ränzchen ist :-)

Bleibt alle gesund und meinem Blog gewogen.

Ich freue mich auf eure Kommentare und wenn man sich bei dem einen oder anderem Lauf mal persönlich trifft.

Mit sportlichen Grüßen
Euer Gnü aus Zü

Kommentare:

  1. Peter haste cool vieles rüber gebracht und als kleinen Tipp fürs wichtigste Ziel bei allem- für mich ist das inzwischen immer schön im Gleichgewicht bleiben. Da haste einen oder obergenialen Vorteil- Du musst sprichwörtlich laufend dran Arbeiten und freust Dich jeden Tag, dass Du Dich wieder auf dem Hochseil des Lebens gehalten hast.
    Gruss Doruweisses

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    1. Danke für deinen Kommentar, Uwe.
      Man sieht sich :-)
      Gruß
      Peter

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  2. Jonathan Gakstatter1. Mai 2017 um 21:15

    Toller Bericht und super Leistungen. Wir sehen uns dann beim Keufelskopf !
    Bis dahin gute Vorbereitung und Viel Spaß
    Gruß Jonathan

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    1. Dankeschön Jonathan,
      dir auch eine gute Vorbereitung und bis dann :-)
      sportliche Grüße
      PEter

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  3. Auch wenn uns im Leistungsumfang und -vermögen Welten trennen, ist es immer wieder motivierend für mich zu erkennen, dass auch dich manche Dinge, wie z.B. der Alltagstrott nach einem erreichten Ziel, genauso bewegen.
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg

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    1. Es ist doch egal, in welcher Leistungsklasse man sich bewegt, Thomas.
      Hauptsache man bewegt sich ;-)

      Der Alltagstrott ist doch der Trott, der uns die sportlichen Trotts ermöglicht ;-)
      Und wenn wir den Trott nicht mehr gehen und uns daran erfreuen oder dazu motivieren, dann ist es Zeit den Job oder das Leben zu ändern.

      Bleib bei dem, was du tust und sportliche Grüße
      Peter

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  4. Lieber Peter, wie du es schaffst, ein paar Tage nach einem 24-Stundenlauf gleich wieder die Beine in einem Wettkampf wackeln zu lassen, mir ein Rätsel, das habe ich nie getan, war mir auch nie danach, abgesehen davon, hoffentlich rächt sich dein Körper nicht eines Tages, darum immer mal eine kleine Warnung von oben ! Habe in den vielen Jahren ebenso viele Läufer erlebt, die sich euphorisch von einem zum anderen Lauf begaben, um dann irgendwann nichts mehr von ihnen zu hören, die Gefahr ist groß, darum.....weißt ja......Mögest du lange von diesem persönlichen Erfolg und Abenteuer zehren !

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  5. Liebe Margitta,
    wie ich schon schrieb ist mir dieses Jahr eine Platzierung nicht so wichtigt.
    dafür die Teilnahme und Spenden erlaufen umso mehr.
    Aber ok. Ist schon immer eine Gratwanderung nach 24h wieder und danach wieder und wieder und ...
    Nein. Ich verspreche dir hoch und heilig: mich wirst du so schnell nicht los.
    Ich bleibe euch erhalten.
    Unkraut vergeht nicht (so schnell)

    Liebe Grüße nach oben und vielen Dank für deine erhörte Mahnung. Angekommen :-)

    LG
    Peter

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